Körper, Ton, Technik

Ulla Rauter neigt nicht zu großen Gesten. Sie ist eine sehr präzise Künstlerin mit einem Faible für Nuancen. Manche ihrer Arbeiten machen den Eindruck, als würde sie beim Lauschen Dinge entdecken, die uns nie auffallen. Auch auf visueller Ebene arbeitet sie oft sehr dünnhäutige Aspekte heraus.

Ulla Rauter (ganz links) in der AVL Cultural Foundation

Ulla Rauter (ganz links) in der AVL Cultural Foundation

Solche Präferenzen bekommen dann gelegentlich ganz verblüffende Momente, wenn Rauter derlei Zugänge mit ihrer EDV koppelt, überdies den eigenen Körper zu einem Teil der Peripherie oder einer Quelle von Impulsen macht.

Mag sein, das klingt gerade etwas irritierend. Aber bedenken sie, davon ist längst unser aller Alltag geprägt.

Wir haben uns hierzulande in technische Systeme eingehüllt, in Applikationen eingenäht, da hat ein winziges Smartphone inzwischen wahrscheinlich weit mehr Rechenkapazität als die Raumfähre bei der ersten Mondlandung.

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Alltagsbewältigung und Körperfunktionen sind seit Jahrzehnten mit der EDV gekoppelt. Immer mehr Gerätschaften, auch rein mechanische Maschinen, sind verkapselt, verschweißt, verlötet. Sie offenbaren uns kaum noch ihre inneren Funktionen und Abläufe.

Das bedeutet, es ist sehr schwer geworden, diese komplexe, technologiegestützte Welt zu beGREIFEN.

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Da ist es dann wiederum die Künstlerin Rauter, die aus ihrer Kunstpraxis Erfahrungen bezieht, mit denen man sich den neuen Zuständen auf berührende Art zuwenden kann, auch in sie eindringen, um Vorstellungen zu entwickeln, was diese Maschinensysteme können und tun.

So eben geschehen bei den GISAlab-Workshops @ AVL Cultural Foundation.