Images of Motion

Sieht man Niki Passath schon bei den Vorbereitungen eines Workshops, ahnt man, wie sehr er das Handwerkliche mag. Versierte Hände haben eine eigentümliche Art des Zugreifens. Wenn Passath in die Arbeit mit einer Gruppe geht, ist im Seriellen eine interessante Spannung. Mehr vom Gleichen. Viele gleiche Stücke in kleinen Gruppen angeordnet.

Niki Passath beim Bau der Roboter

Niki Passath beim Bau der Roboter

Aber dabei schimmert auch durch, was Passath aus seiner Arbeit mit Schwarm-Konfiguarationen oder Rudeln holt. Wie immer sich ein einzelnes Maschinchen verhalten mag, ein ganzes Rudel davon führt zu einer gänzlich anderen Situation.

Dazu kommt, daß wir eigentlich nicht genau wissen, welche Abweichungen sich ereignen mögen, wo komplexe EDV ins Spiel kommt. Da ist das Phantasieren über den „Geist in der Maschine“. Was können ganze Systeme? Was tut Kybernetik? Wohin bringt uns das?

Haben wir nicht schon bis heute eine ganze Menge von Fertigkeiten und Fähigkeiten an Maschinen übergeben, obwohl wir sie davor nur Mensachen zugetraut hatten?

Da kommt also weiterhin viel auf uns zu. Passath befaßt sich nicht nur handwerklich mit solchen Systemen, er geht auch über die Theorie und außerdem mit künstlerischen Mitteln darauf ein. Und nun ein sehr wichtiger Aspekt, er macht Kinder mit diesen Systemen und Maschinchen vertraut.

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Es ist ja nicht mehr wie zu Großmutter-Tagen, wo man eine Wanduhr noch deutlich ticken hören konnte und gelegentlich – auch gegen den Willen der Erwachsenen – zerlegen konnte, um sich das Räderwerk anzusehen. Heute sind viele Maschinchen verkapselt, verklebt, offenbaren sich nicht.

Passath war nun mit dem GISAlab zu Gast bei der AVL Cultural Foundation. In der Grazer AVL Academy fand „Images of Motion“ statt. Passath hat mit den Kindern aus verschiedenen Modulen Roboter zusammengebaut, welche unterschiedliche Bewegungen (lineare Bewegung, kreisförmige Bewegung, beschleunigte Bewegung, unbeschleunigte Bewegung etc.) und Verhaltensweisen aufweisen.

Zum Abschluß des Workshops wurden die Roboter mit Stiften ausgestattet. So konnten die Bewegungsabläufe durch die gezeichneten Spuren betrachtet und analysiert werden.

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