Konferenzen und Essentielles

Eine der Graz 2020-Flaggen im Zentrum von Graz, genauer: beim Portal einer der bedeutendsten (historischen) Waffenkammern Europas, dem Landeszeughaus. Gerade da der passende Slogan „Graz öffnen“.

Landeszeughaus Graz

Landeszeughaus Graz

Dieses Arsenal wurde einst eingerichtet, weil der Steirische Landeshauptmann für die Militärgrenze zuständig war, also für jene Zone, durch die das Imperium der Habsburger hier gegen das Osmanische Reich gesichert wurde.

Das war eine spezielle Zone, in der etwa angesiedelte Bauern Sonderrechte genossen. Es ist übrigens jenes Gebiet, aus dem der ethnische Serbe Nikola Tesla stammt. Er studierte an der Technischen Universität Graz, ging schließlich nach Amerika, um mit seinen Erfindungen einige wesentliche Grundlagen zur Elektrifizierung der Welt zu schaffen.

Links: Tanja Vujinovic, und Mirjana Peitler-Selakov, rechts (vom vorne): Milan Bosnic, Martin Krusche und Alex Saric

Links: Tanja Vujinovic und Mirjana Peitler-Selakov, rechts (vom vorne): Milan Bosnic, Martin Krusche und Alex Saric

Nahe dieses geschichtsträchtigen Baues fand nun eine weitere Konferenz zu unserem Projekt statt. Und zwar im Extrazimmer eines Restaurants, das auf jener Fläche eingerichtet wurde, wo einst eine Buchhandlung (“Styria“) bestand.

In diesem Stadtzentrum führt praktisch jeder Schritt auf ein Stück Geschichte. Die „Grüne Mark“ wurde schließlich nicht nur als ein Zaun des Reiches verstanden, sondern als „Brücke und Bollwerk“, als eine Zone der Konfrontationen und der Transition.

Das will weiterhin zeitgemäß bearbeitet werden, nachdem dieser Raum mit seinem Stück Südosteuropa im Zweite Weltkrieg verwüstet wurde und im Untergang Jugoslawiens noch einmal erfuhr, wie schnell sich Gesellschaften brutalisieren können, wenn wir in Gemeinschaften das Trennende vor das Gemeinsame stellen.

In dieser Konferenz ging es vor allem darum, die Arbeitsvereinbarungen mit „diSTRUKTURA“ und Tanja Vujinovic zu präzisieren, also künstlerische Beiträge konkreter zu bereden. Außerdem kam mit Alex Saric eine junge Frau der nächsten Generation ins Boot.

Von links: Tanja Vujinovic, Milan Bosnic, Niki Passath, und Mirjana Peitler-Selakov.

Von links: Tanja Vujinovic, Milan Bosnic, Niki Passath, und Mirjana Peitler-Selakov.

Tags zuvor hatte sich Kuratorin Mirjana Peitler-Selakov schon mit Milan Bosnic, Niki Passath und Tanja Vujinovic getroffen, um Optionen zu besprechen und das Set abzustimmen. Dieses „Geteilte (in)Kompetenzen“ fällt in seinen verschiedenen Aspekten durchaus in diese Tradition eines Bemühens, aus dem Bollwerk eine Brücke zu machen.

Unsere intensive Zusammenarbeit mit den südslawischen Nachbarn macht deutlich, daß wir einen gemeinsamen Kulturraum beleben, der ein geistiges Klima hat, in dem keine jener Stimmen verzichtbar ist.