Ida – Allein unterwegs

Geige? Unmöglich! Eine höhere Tochter spielt Klavier, etwas anderes kommt nicht in Frage. Die kleine Ida Reyer sollte auf Mädchen zurechtgebürstet werden und wehrte sich nach Kräften. Als junge Frau war sie in Konventionen eingeklemmt, wie wir uns das heute nicht mehr vorstellen wollen.

Ida Laura Reyer-Pfeiffer (1797-1858), Ausschnitt aus einem Portrait von Franz Hanfstaengl (Public Domain)

Ida Laura Reyer-Pfeiffer (1797-1858), Ausschnitt aus einem Portrait von Franz Hanfstaengl (Public Domain)

Das betraf auch ihre Ehe, in der nun Ida Pfeiffer zusehen mußte, wie der ungeliebte Mann, den ihre Eltern ihr aufgedrängt hatten, als erfolgloser Jurist die Mitgift verbrannte. Die Kinder zog sie auf, während sie an den Ketten zerrte. Vor diesem Hintergrund entfaltete sich die staunenswerte Geschichte einer Frau, die gegen alle nur denkbaren Widerstände zur Weltreisenden wurde, der selbst Alexander von Humboldt Referenz erweist.

Eine Frau, die mit sich selbst sehr streng ist, wie etwa die ersten Zeilen eines ihrer Bücher illustrieren: „Schon in mehreren Zeitungen ward ich Touristin genannt; dieser Name gebührt mir indessen, seiner gewöhnlichen Bedeutung nach, leider nicht. Einerseits besitze ich zu wenig Witz und Laune, um unterhaltend schreiben, und andrerseits zu wenig Kenntnisse, um über das Erlebte gediegene Urtheile fällen zu können. Ich vermag nur schmucklos das zu erzählen, was mir begegnet, was ich gesehen, und will ich etwas beurtheilen, so kann ich es blos von dem Standpuncte einfacher Anschauung aus.“

Das Buch ist im Web komplett verfügbar. Pfeiffer, Ida: Eine Frauenfahrt um die Welt, Band 1. Wien, 1850: [Link]