If you can imagine it you can create it – von der Entstehung der Robotik

Was passiert, wenn sich Herr Vorstellungskraft und Herr Machbarkeit auf einer Cocktailparty treffen? Natürlich Roboter! Eine Erläuterung der Geschichte folgt. Zunächst wäre es mal spannend zu klären, was es sich mit dem Begriff Roboter auf sich hat.

(Quelle: Tumisu/Pixabay)

(Quelle: Tumisu/Pixabay)

Obwohl offizielle Definitionen weit auseinandergehen, kann man sich meiner Meinung nach gut an der Definition des Robotics Institute of America orientieren:

„Ein Roboter ist ein programmierbares Mehrzweck Handhabungsgerät für das Bewegen von Material, Werkstücken, Werkzeugen oder Spezialgeräten. Der frei programmierbare Bewegungsablauf macht ihn für verschiedenste Aufgaben einsetzbar.“

Schlagwörter hier sind „Bewegen“ und „frei programmierbar“. Ein Roboter bewegt sich also, und das selbstständig und umstellbar.

Dementsprechend können wir abgrenzen, was dann keine Roboter sind, wie ferngesteuerte Maschinen (weil nicht selbstständig), Automaten (weil immer nur die gleiche Arbeit) und Computer (weil sie sich nicht bewegen, aber ein Roboter kann mithilfe eines Computers programmiert werden).

Nun zurück zur Entstehungsgeschichte. Philosophen, Künstler und Autoren haben schon sehr früh mit der Grundidee eines Roboters gespielt. Erstmals erwähnt hat es aber Karel Capek in seinem Theaterstück „Rossum’s Universal Robots“, dass 1921 seine Premiere feierte. Der tschechische Autor verwendete dabei das Wort „robota“, was in seiner Muttersprache so viel wie „Zwangsarbeit“ oder „Arbeit als Diener eines Herren“ heißt. Dieser Roboter inspirierte viele Science-Fiction Schriftsteller, wie Isaac Asimov, auf dessen Werke auch der gleichnamige Film „I, Robot“ mit Will Smith in der Hauptrolle basierte.

(Quelle: RA.AZ/flickr)

(Quelle: RA.AZ/flickr)

Mithilfe der Asimov‘s Vorstellungskraft, inspirierte er wiederum Ingenieure, Physiker und Erfinder, die diese Idee für umsetzbar hielten. Diese Männer hießen Joseph Engelberger und George Devol und hatten das Glück, sich 1956 auf einer Cocktailparty über den Weg zu laufen und ihre Ideen miteinander auszutauschen. Engelberg, Herr Vorstellungskraft, der neben den ersten beiden genannten Berufen auch Unternehmer war, war begeistert von Asimov’s Sci-Fi Geschichten und der Vision, Maschinen zum Leben zu erwecken. Devol, Herr Machbarkeit und der Erfinder der beiden, hatte gerade zuvor einen mechanischen Arm patentieren lassen hat, besaß die besten Voraussetzungen, um die Visionen von Asimov und Engelberg Wirklichkeit werden zu lassen.

Der erste eingesetzte Roboter hieß „Unimate“ und hatte einen mechanischen Arm, mit dem er mehrere Befehle ausführen konnte. Er wurde im Jahr 1961 in einer Fertigungsstraße bei General Motors eingesetzt und legte damit den Grundstein für die robotische Arbeitskraft. Bei der Verbreitung der Roboter spielte insbesondere die Automobilindustrie eine wichtige Rolle. Sie war entscheidender Innovationstreiber der Roboter und ebnete den Weg für die heute vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Robotik, die weit über Industrieroboter hinausgeht.