Un-/Ersetzbarkeit des Geistes? –

Über die Essenz des künstlerischen Prozesses
Vor ein paar Wochen habe ich den Beitrag „Wenn die Inspiration zur Konkurrenz wird“ veröffentlicht. Seither beschäftigt mich die Frage: Könnten Kunstroboter mit künstlicher Intelligenz bewaffnet, in Zukunft wirklich einen Großteil des Kunstbedarfs decken? Ein paar Gedanken dazu findet ihr beim Weiterlesen!

 

(Quelle: Picjumbo/Viktor)

(Quelle: Picjumbo/Viktor)

Hier stellt sich als erste Frage, ob die Essenz eines Künstlerberufs wirklich von Roboter ersetzt werden kann. Doch was ist nun die Essenz eines Kunstschaffenden? Man könnte künstlerische Prozesse als ästhetische Verbindung handwerklichen Könnens und geistiger Wertschöpfung definieren.

Ein Großteil des handwerklichen Könnens wird vermutlich durch robotische Tätigkeiten reproduzierbar werden. Der Teil, der nicht so leicht nachzuahmen sein wird, ist der geistige Prozess. Ein Argument für die Unersetzlichkeit des Geistes stammt vom russischen Maler Wasilly Kandinsky, der in seinem Buch „Über das Geistige in der Kunst“ diesen Standpunkt verteidigt. Er führt die Entwicklung abstrakter Malerei als Nachweis dafür an, dass es in der Kunst nicht primär um konkrete Formen geht, sondern tatsächlich über die geistigen Prozesse, die alle Art von Formen erst ermöglichen.

(Quelle: Unsplash/David Clode)

(Quelle: Unsplash/David Clode)

Umso wichtiger ist es, dass Menschen ihre geistigen Dimensionen für künstlerische Prozesse weiterentwickeln und fördern. Neue Technologien bleiben primär nur helfende Hände in der Erstellung von Kunst. Insbesondere die ultimative Kombination von Smartgeräten und dem Internet hat die Kunstbranche, aber auch vielen andere Bereiche unseres täglichen Lebens drastisch beeinflusst und verändert. Dieses Duo kann nicht nur beim Schaffungsprozess der Kunst behilflich sein, sondern auch beim Vernetzen von Künstler*innen untereinander oder mit potenziellen Kund*innen.

Grafikdesigner*innen, Architekt*innen, 3D-Animateur*innen und noch viele andere Berufe, können sich das künstlerische Arbeiten ohne einen Computer gar nicht mehr vorstellen. Der Computer dient als Leinwand und das Internet als Ausstellungsort. Das Schaffen von Kunst mittels Computer bedient sich übrigens einer eigenen Subgruppe der Künstlichen Intelligenz, nämlich der „computational creativity“ oder auch einfach übersetzt: Computerkreativität. Ja das Wort gibt es wirklich.

Mein Fazit zu diesem Thema lautet wie folgt: Das Potenzial der Unterstützung von Künstler*innen durch neue Technologien kann nicht verleugnet werden. Dennoch, die gedankliche Schöpfungskraft eines Menschen nie vollkommen ersetzt werden kann.