Mädchen ab 10 aufgepasst!

Wir veranstalten spannende Workshops, für die wir uns Anregungen aus Technik, Kunst und Wissenschaft holen. Ich weiß, wovon ich da rede. Als Dimplomingenieurin der Elektrotechnik komme ich aus der Automobil-Entwicklung und arbeite heute in der Chip-Entwicklung.

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Zusätzlich habe ich auch Kunstgeschichte studiert und in meiner Praxis als Kuratorin bisher viele sehr interessante Projekte kuratiert.

Der nächste Workshop zum Thema Robotik findet am  22. November 2013 ab 15:00 Uhr im UniGraz@Museum, Universitätsplatz 3 (Karl-Franzens-Universität) in Graz statt.

Der Workshopleiter, Robotik Künstler Niki Passath, zeigt uns, wie die Technik tanzen und malen kann! Es sind dazu keine speziellen Vorkenntnisse nötig.

Mirjana Peitler-Selakov

Anmeldung: [link]

Werke zu Basisthemen

Hier einige Blicke auf die grundlegenden Werke der Ausstellung, die mit den gestellten Themen korrespondieren. Die Mädchen haben im GISAlab an Aufgabenstellungen gearbeitet, die teils quasi kleiner Verianten des hier gezeigten ergaben.

Niki Passath und Naoki Fuku

Niki Passath und Naoki Fuku: “Tornado”

Niki Passath und Naoki Fuku haben sich dem Thema Luft gewidmet,
einem sehr spektakulären Zustand vonb Luft.

Günther Pedrotti

Günther Pedrotti: “Mit den Füßen abstimmen”

Günther Pedrotti ist seit Jahren mit dem Thema Wasser befaßt,
hat hier eine komplexe Anordnung realisiert.

Stefanie Wuschitz

Stefanie Wuschitz: “Mooszillatorin”

Hier machen Mirjana Peitler Selakov und Niki Passatz das “Singende Moos” von Stefanie Wuschitz startklar.

Ulla Rauter

Ulla Rauter: “Fassadenscan Uni Graz”

Ulla Rauter wandelt Anblicke in Klänge um und bringt so Fassaden zum Singen.

– [Übersicht] –

Fröhliches Gedränge

Dieser Freitag hat uns durch die eben angebrochenen Sommerferien flugs einige Akteurinnen und Akteure entzogen. Sie finden aber alle, wenn Sie unser Archiv durchblättern: [link]

Die heftigen Regengüsse der letzten Tage haben etwas an der Ruhe von Initiatorin Mirjana Peitler-Selakov gerüttelt. Doch die Innenhof-Konstruktion hat standgehalten; im Sinne von: Die wichtigen Passagen blieben trocken. Vor alle da, wo Elektrik und Elektronik wirken. Und es war die Eröffnung der Ausstellung zum Glück nicht verhagelt.

Von links: Niki Passath, Hans Eck, Edith Risse, Franz Stangl, Mirjana Peitler-Selakov, Naoki Fuku und Günther Pedrotti sowie Berna Moser

Von links: Niki Passath, Hans Eck, Edith Risse, Franz Stangl, Mirjana Peitler-Selakov, Naoki Fuku und Günther Pedrotti sowie Berna Moser

Auf dem Foto sehen sie ein Stück fröhliches Gedränge einiger der Akteurinnen und Akteure, durch die diese Station möglich wurde. Von links: Künstler Niki Passath, Pädagoge Hans Eck, GISAlab PR-Lady Edith Risse, Museums-Kustos Franz Stangl, Initiatorin Mirjana Peitler-Selakov, die Künstler Naoki Fuku und Günther Pedrotti sowie Technikerin Berna Moser.

Inzwischen haben wir auch das neue GISAlab-Programm ausgehängt: [link] (PDF!) Und die Übersicht zu dieser ersten Schlußveranstaltung eines Themendurchganges finden Sie hier: [link]

Treppauf, treppab…

Mit den Kunstschaffenden wird an Details gearbeitet. Das Handwerker-Team hat gestern die Struktur aufgebaut. Der heftige Regen am späteren Nachmittag war wie bestellt, weil sich dabei gleich klären ließ, ob ausreichende Wetterfestigkeit gegeben ist.

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So bekommt der Innenhof eine völlig neue Gestalt und Funktion. Zwei Arbeitstage trennen uns noch von der Vernissage, morgen Abend wird eröffnet. Wer den Ort noch nicht kennt: Gehen Sie vom Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität aus.

Franz Stangl vom Uni Graz Musuem

Franz Stangl vom UniGraz@Musuem

+) Eines der Doku-Blätter zu den Aufbau-Arbeiten: [link]
+) Das Poster mit den Details: [link]

Stufe für Stufe…

Um 6:45 Uhr raus aus der Hütte, loslos! Der Fotograf ist, wie man sieht, noch völlig unzurechnungsfähig. Für 7:00 Uhr hat sich im UniGraz@Museum der Tischler angesagt. Mirjana Peitler-Selakov nimmt das Architektur-Modell zur Besprechung mit. [Das Modell]

Mirjana Peitler-Selakov in der ersten Kurve. (Der Fotograf war noch nicht ganz munter.)

Mirjana Peitler-Selakov in der ersten Kurve. (Der Fotograf war noch nicht ganz munter.)

Im Hof beim Museum soll nun die Struktur aus Treppen und Drumherum aufgebaut werden, damit am Freitag die Ausstellung eröffnet werden kann. Gegen Mittag kann man schon etwas vom neuen Holzbau sehen.

Wäre das nicht eine Spur zu gefährlich, hätten einige der GISAlab-Mädchen sicher ihren Spaß gehabt, daran mitzuarbeiten. Immerhin sind hier allerhand technische Finessen, die nun nach und nach verbaut werden. Eine Treppe ist ja für sich schon ein kleines physikalisches Wunderwerk…

Sehen Sie die Details zur Ausstellung hier: [link]

Wäre fein, wenn man die Treppe hinterher mit nachhause nehmen könnte ;-)

Wäre fein, wenn man die Treppe hinterher nachhause mitnehmen könnte.

Kleiderordnung

Fällt Dir an der Frauenfigur etwas auf? (Ich meine NICHT, daß ihr die Schuhe fehlen.) Es ist die frühere Uniform einer Straßenbahnschaffnerin, so zu sehen im Tramway-Museum Graz.

Die frühere Dienstkleidung einer Grazer Straßenahnschaffnerin

Die frühere Dienstkleidung einer Grazer Straßenahnschaffnerin

Nein, es fällt einem zum Glück nichts mehr auf. Aber noch vor hundert Jahren hätte eine Frau, die in Hosen auf die Straße geht, auf jeden Fall Beschimpfungen erlebt. Sie wäre vielleicht auch handgreiflich vertrieben worden.

Es haben zwei wesentliche historische Phänomene Anfang des 20. Jahrhunderts erst den Weg gebahnt, damit Frauen in Hosen im öffentlichen Leben hingenommen wurden.

Da war vor allem einmal das Fahrrad, das sich etwa ab den 1890er-Jahren als individuelles Verkehrsmittel durchgesetzt hat. Derlei konnten sich freilich nur sehr gut situierte Freuen leisten, die dafür eine Alternative zu den engen Röcken brauchten. (Es begann mit „Bloomers“, mit Hosenröcken.)

Der Grazer Beiwagen 36b, wie er ursprünglich für die Pferdeeisenbahn gebaut worden war.

Der Grazer Beiwagen 36b, wie er ursprünglich für die Pferdeeisenbahn gebaut worden war.

Es war danach der Erste Weltkrieg, in dem so viele Männer zuhause fehlten, auch auf den Schlachtfeldern blieben, so daß Frauen zunehmend Arbeiten übernehmen mußten, die vorher nur von Männern ausgeführt wurden.

Dazu gehörte übrigens auch der Betrieb von Straßenbahnen, wo Zugsführerinnen und Schaffnerinnen plötzlich zu einem vertrauten Bild wurden.

+) 50 Jahre Tramway-Museum Graz [link]

Und bitte regelmäßig gießen!

Was man hier sieht, ist gewissermaßen verkabeltes Moos. Noch genauer: Singendes Moos. Künstlerin Stefanie Wuschitz hat es schon eine Weile aufbereitet. Es wird Teil ihres Beitrags zur Jahresausstellung „experiment: innenhof“ sein.

Die "Mooszillatorin" von Stefanie Wuschitz

Die “Mooszillatorin” von Stefanie Wuschitz

Da wird ja momentan geschraubt und gelötet, gehämmert und gesägt. Es ergeben sich Rennereien und muß hier etwas geklärt, da etwas erlaubt werden.

Mirjana Peitler-Selakov hat zum Glück reichlich Erfahrung mit solchen Abwicklungen, mit Ausstellungen, zu denen nicht einfach Bilder aufgehängt werden müssen.

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Das Moos muß natürlich am Leben gehalten werden. Wasser und Elektrizität ergeben bekanntermaßen eine knifflige Verbindung. Und es singt auch nicht wie eine Drossel. Es gibt Berührungen weiter. Fachlich gesprochen: Ein Widerstand und Kondensator machen einen Oszillator, mit dem Schwingungen/Frequenzen erzeugt werden können. Die lassen sich dann auch als Töne darstellen.

+) Details zur Ausstellung: [link]

Frauen und Autos

Ja, ich weiß, das reißt manche zu Witzeleien hin. Kommen Sie ruhig mit auf die Piste, um zu sehen, was das real bedeutet. Denn so viel ist klar: Vom fleißigen Actionfilm-Schauen lernt man Autofahren nicht und Offroading schon gar nicht.

Nicht cool am Pool, sondern behende im Gelände: Offroad-Routinier Karin Windbichler.

Nicht cool am Pool, sondern behende im Gelände: Offroad-Routinier Karin Windbichler.

In Graz wurde Jahrzehnte eine Allrad-Kompetenz von Weltgeltung erarbeitet. Das trägt seit über 30 Jahren den legendären Puch G. Weit seltener findet man in privaten Händen den „Pinzgauer“ von Steyr-Puch.

Mit der großen 6×6-Version des „Pinzgauers“ ins schwere Gelände, da kann das Auto eindeutig mehr als ich. Und unsereins ist heilfroh, einen erfahrenen Instruktor zur Seite zu haben, oder wie in diesem Fall: Eine Instruktorin.

Karin Windbichler bewahrt einen vor gröberen Fehlern, unterstützt einen bei der Abstimmung der drei unabhängig schaltbaren Sperrdifferentiale und leitet einen dabei an, mit dem „Pinzi“ Passagen zu bewältigen, die man zu Fuß lieber nicht machen möchte.

Der dreiachsige „Pinzgauer“ verlangt eine Menge Konmzentration, wenn’s ins Gehackte geht.

Der dreiachsige „Pinzgauer“ verlangt eine Menge Konmzentration, wenn’s ins Gehackte geht.

Kann aber auch sein, daß man die Fuhre festfährt und nimmer vom Fleck bringt. Dann muß die Frau Instruktorin gelassen bleiben und wissen, wie es weitergeht.

Was sich für einen „ganz guten“ Autofahrer hält, ist eben mitunter nur Durschnitt gemessen an dem, was andere können; wie hier eben eine gutgelaunte Offroaderin.

Frauen, Technik und Handwerk

Vielen Menschen fällt es noch recht schwer, sich junge Frauen in einer Werkstatt vorzustellen; womöglich in Verbindung mit hoch qualifizierten Jobs. Die Realität spielt da zum Glück längst ganz andere Stückerln.

Dazu gehört auch folgenden simple Frage: Warum sollte eine Volkswirtschaft auf all diese Talente verzichten?

Solche Talente sollen wir nicht vergeuden!

Solche Talente sollen wir nicht vergeuden!

Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Ein weiblich dominiertes Dreierteam von der HTBLA Weiz hat eben eine verblüffende Maturaarbeit abgelegt. Anja Donolo, Elisabeth Schreck und Alexander Steinbauer zeigen, was sie in der Klasse von Dipl. Ing. Karl Haar gelernt haben.

Dazu haben sie ein „Niederrad“ von 1889, ein rares Stück aus Privatbesitz, vermessen und 1:1 nachgebaut.

Computergrafik des "Safety" von 1889

Computergrafik des “Safety” von 1889

Im Theorieteil ihrer Arbeit findet man eine Schilderung des historischen Hintergrundes. Graz war ja Ende des 19. Jahrhundert auf dem Weg zu einem Produktionsstandort von Weltrang, der für jene Ära mit britischen, französischen und deutschen Städten in einem Atemzug genannt werden muß.

Eben dieser Typ des Fahrrades war die erste Basis unserer individuellen Massenmobilität, was die jungen Frauen mit ihrem Kollegen beeindruckend veranschaulichten.

+) Online-Dokumentation zu diesem Projekt: [link]

Technik, Kunst und Wissenschaft

In der Auftakt-Phase des GISAlab ging es um die Schwerpunkte Akustik, Luft, Wasser und Elektrizität. Wir haben Kunstschaffende gesucht, die in diesen Bereichen kompetent sind und mit jungen Mädchen arbeiten mögen, um so sehr phantasievolle Zugänge zu schaffen.

Jüngstes Beispiel: Mirjana Peitler-Selakov eröffnet am 25.6.13 eine von ihr kuratierte Ausstellung in der „Galerie Eugen Lendl“ in Graz

Jüngstes Beispiel: Mirjana Peitler-Selakov eröffnet am 25.6.13 eine von ihr kuratierte Ausstellung in der „Galerie Eugen Lendl“ in Graz

Parallel haben Leute vom Fach Grundlagen vermittelt. Das beginnt schon mit so einfach scheinenden Fragen wie „Was heißt MESSEN?“.

Daß die Welt der Technik mit der Welt der Kunst vereinbar und verknüpfbar ist, war von hausaus klar. Mehr noch: Solche Klarheit ist eine wesentlich Grundlage des Projektes.

Diese Tatsache wird auch von der Gründerin des Labs verkörpert. Mirjana Peitler-Selakov ist Diplomingenieurin der Elektrotechnik mit langjähriger Erfahrung in der Automobilentwicklung; zuletzt im Bereich Funktionssicherheit der neuen Batteriesysteme.

Sie ist aber auch Kunsthistorikerin mit viel Erfahrung als Kuratorin. Dazu gehört etwa ihre Arbeit für das vormalige „MedienKunstLabor“ im „Kunsthaus Graz“.

Derzeit ist Peitler-Selakov mit Fragen der Chip-Entwicklung befaßt und plant neue künstlerische Projekte.

Das ist, nebenbei bemerkt, auch deshalb wichtig, weil bisherige Erfahrungen in der Kooperation mit einschlägig versierten Frauen klar belegt: Die jungen Mädchen brauchen konkrete Rollenbilder, durch welche sie einen Eindruck bekommen können: Was und wie ist eine Technikerin?